Schenkt Euch die Weihnachtspost im Büro

Alle Jahre wieder kommt – pünktlich Anfang Dezember – die nicht zu stoppende Flut an Weihnachtskarten, egal ob per Karte, Brief oder E-Mail in mein Büro. Der bisherige Höhepunkt in diesem Jahr: die Mail von einem Dienstleister, dessen Namen ich noch nie gehört hatte. Keine Ahnung, wie der auf mich kam und ob der sogar perfide genug ist, für Weihnachten Adressen gekauft werden – auf meiner Black List steht er jetzt ganz oben und ich trage den Namen auch weiter. Hier reden wir nicht von Empfehlungs-, sondern Ablehnungsmarketing. Ganz abgesehen, dass er scheinbar noch nicht begriffen hat, für den Versand von Mails an mich mein explizites Go zu benötigen.

Nicht ganz so schlimm, aber ebenfalls nur schwer zu goutieren, sind die Karten von Dienstleistern, auf denen ich dann teilweise gefühlte zehn gedruckte Unterschriften sehe – von Akteuren, deren Namen ich noch nie gehört habe. Wenn ich Glück habe, ist wenigstens mein Ansprechpartner aufgeführt. Oder er bzw. sie hat zwar persönlich auf einer eigens produzierten Karte unterschrieben, nur leider kann ich die Signatur nicht entziffern. Ist in 90 Prozent der Karten so.

Das Irre bei diesem ganzen Weihnachtswahnsinn ist (kenne ich leider selbst zur Genüge), dass dahinter eine zum Teil bis ins letzte Effeff ausgeklügelte Unterschreib- und Aussand-Logik steht. Wer unterschreibt für welche Kunden, an wen gehen die Karten zur weiteren Unterschrift weiter bis hin zur Frage, welche Abteilung wie viele Karten benötigt. Nicht gelogen, damit sind Marketingabteilungen zum Teil wochenlang beschäftigt. Mit dem wundervollen Resultat, dass diese mühevolle und ehrenwerte Arbeit schnöde und ungelesen im Papierkorb endet. Ich glaube, nicht nur bei mir.

Daher an alle, die vor Weihnachten wieder ihre Maschinerie anwerfen und ihre Adressdatenbanken plündern: Lasst mich in Ruhe damit. Ich werfe fast alles ungelesen in meinen Papierkorb oder jage E-Mails sofort in den trash. Wenn Euch wirklich was an mir liegt, egal ob als Kunde oder als Mensch (oder beides), dann schreibt mir eine persönliche Karte mit wirklich ernst gemeinten Grüßen. Oder lasst es sein, ich führe keine Strichlisten und pure Pflichterfüllung – nach dem Motto, es gehört sich halt – ist nicht mein Ding.